Sitzender Gandhara Buddha, 2./3. Jh. A.C. Bis ins antike Gandhara (beim heutigen Taxila, unweit Peschawar), eine Region im Grenzgebiet des heutigen Pakistan/Afghanistan, war Alexander der Große bei seinem Vorhaben, Asien zu erobern, gelangt. Dort meuterten seine Truppen und er wandte sich wieder gen Westen. 323 v.Z. starb er in Babylon. Die Lehre des Buddha erreichte Gandara, diesen äußersten Vorposten hellenistischer Kultur auf dem indischen Subkontinent, etwa 100 Jahre nach Alexander. Hier, so wird vermutet, entstanden die ersten Plastiken Buddhas in Menschengestalt. Zuvor hatte man ihn nur an-ikonisch dargestellt, d.h. als Fußabdruck (für seine Geburt), als Bodhibaum-Blatt (für seine Erleuchtung), als Rad der Lehre (für den Beginn seiner Lehrtätigkeit), als Stupa (für seinen Tod und Eingang ins Pari-Nirvana), und als leeren Thron (für seine Anwesenheit). Die Gandhara-Darstellungen des Buddha und von Ereignissen seines Lebens bilden eine Synthese von Hellas und Indien, zwei prägendste Kräfte ihrer jeweiligen Kulturkreise (Hellas für den Mittelmeerraum, Indien auch für die Himalayaregion sowie "Hinterindien"), wobei das hellenistische Element in der künstlerischen Darstellung, der Buddhismus in der Thematik überwiegt: Der hier dargestellte Buddha ist griechisch-römisch gekleidet; hat europäische Gesichtszüge, europäisch gewelltes Haar - der Ushnisha (die Erleuchtungserhöhung) ist hier noch eindeutig ein Haarknoten. Er zeigt aber auf der Stirn, oberhalb der Nasenwurzel, wenn auch nur schwach, bereits die Urna, die Haarlocke (eines der 32 Primärzeichen, an denen ein "Großer Mann", also auch ein Buddha, zu identifizieren ist); die Ohrläppchen sind gelängt durch schweren Schmuck, den der Buddha abgelegt hatte, als er in die Hauslosigkeit ging, d.h. Asket, Eremit wurde; er sitzt im buddhistischen "halben" oder "vollen" Lotussitz (das Gewand verhindert eine genaue Bestimmung) und setzt eindeutig - auch wenn eine Hand teilweise zerstört ist - mit seinen Händen das Rad der Lehre in Bewegung (Mudra Dharmacakrapravartana). Um 450 u.Z. eroberten die "Weißen Hunnen" Gandhara und zerstörten die buddhistischen Klöster. Der britische Archäologe Sir John Marshall legte zwischen 1913 und 1934 die antiken Stätten frei, angeregt durch Berichte chinesischer Reisender (der chinesische Gesandte Zhang Qian ca. 130 v.Z.; die buddhistischen Mönche Fa Xian, 399-414, und Xuan Zang, 629-645).

Dimensions

IN: 1.37 w x 0.548 d x 2.017 h
CM: 3.48 w x 1.392 d x 5.124 h

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